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Unsere sechs Sprungbrett-Künstler*innen haben ihre zwei Residenz-Recherchen bei PACT Zollverein in Essen und im tanzhaus nrw in Düsseldorf schon genutzt. Allein die Gruppe um Greta, Constanza und Amanda trifft sich im April noch einmal zur zweiten Recherchephase.

Bahar Gökten, Viola Luise Barner und Lin Verleger

Die Sprungbrettler*innen Bahar Gökten, Viola Luise Barner und Lin Verleger haben die Recherchewochen im tanzhaus nrw und bei PACT Zollverein intensiv genutzt und sich mit ihren jeweiligen Techniken und Stilen des Urban Dance auseinandergesetzt, kennengelernt und angenähert, analysiert, neu kreiert und recherchiert. Die drei Tänzer*innen mit der gemeinsamen Basis im urbanen Tanz und speziell im Breaking recherchieren unter dem Titel # URBAN PARTNERING # zu Partnerarbeit im Urban Dance: „Inspiriert von der Partnerarbeit im zeitgenössischen Tanz und von unserem Fundament im urbanen Tanz, wollen wir uns gemeinsam in ein Labor begeben, in dem wir Bewegungskonzepte erforschen, entwickeln und für diese eine Struktur auf der Bühne finden. Eine Struktur, die einen real simultanen und im Moment entstehenden Austausch fördert.“ Dabei möchten sie erfahren, was ihre drei unterschiedlichen Erfahrungen und Bewegungssprachen hervorbringen: Welchen Einfluss bringt Viola aus dem Capoeira mit? Wie setzt Bahar isolierte Poppingbewegungen ein und wie energisch steuern Lin’s Powermoves zur Dynamik den Bewegungen bei?

Viola Luise Barner studierte Tanz an der staatlichen Universität in Salvador in Brasilien. Mit dem Fokus auf urbane Tanzstile, zeitgenössischen Tanz und Capoeira war sie als Mitglied verschiedener Kompanien auf internationalen Bühnen in Costa Rica, Brasilien, Kolumbien und Deutschland zu Gast. Viola choreografiert und leitet Kinder- und Jugendprojekte, ist in verschiedenen Tanzkollektiven tätig und gründete mit weiteren Tänzer*innen das Kollektiv wildmindflowers.

Lin Verlegers Arbeiten mit einem Stil aus Breaking und zeitgenössischem Tanz führten ihn u. a. nach Spanien, Mauritius, Polen und Großbritannien. Er gewann die Deutschen Breakdance Meisterschaften und konzentriert sich seit 2010 auf das Tanztheater, sodass er mit Regina Advento, La Macana, Susanne Linke und Morgan Nardi arbeitete. 2015 wurde Lin für seine choreografische Produktion Stüttgerhofweg 15 mit dem Preis für Inszenierung, Bewegung und Gestaltung von der Deutschen Sporthochschule Köln ausgezeichnet, derzeit studiert er Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Tanz an der Deutschen Sporthochschule Köln.

Bahar Gökten ist Tänzerin bei Renegade und bei der Breaking-Gruppe Dirty Mamas Crew. Zusammen mit fünf weiteren Choreografinnen gründete sie 2012 das urbane Tanzkollektiv nutrospektif, mit dem sie eigene Bühnenstücke und interdisziplinäre Improvisationsformate, auch für junges Publikum, realisiert. Bahars Arbeiten führten sie u. a. ans Staatstheater Stuttgart, ans Théâtre de Suresnes und an die Deutsche Oper am Rhein. Neben ihrem Studium der Erziehungswissenschaften initiiert sie Kinder- und Jugendprojekte.

Einen Einblick in die zweite Residenzphase bei PACT Zollverein gibt es in Kürze hier:

https://www.pact-zollverein.de/journal

Greta Salgado Kudrass, Constanza Ruiz Campusano und Amanda Romero Canepa

Die zweite Gruppe, bestehend aus Greta Salgado Kudrass, Constanza Ruiz Campusano und Amanda Romero Canepa, hat bei PACT Zollverein mit eingeladenen Gast-Künstler*innen den Original-Tinkutanz kennengelernt und selber praktizieren gelernt. Der Forschungs-Fokus der Tänzerinnen liegt auf der Erforschung von Tanz- und Körpertraditionen in einem bestimmten kulturellen Kontext. Hierbei fokussierten sie sich bisher insbesondere auf die Rituale und folkloristische Tänze in Lateinamerika. „Aus dramaturgischer Sicht, um eine Tanzforschung zu entwickeln, glauben wir, dass dieses Thema ein großes Potenzial hat, da es im Wesentlichen eine Körpertradition ist, von körperlicher Konfrontation und von dem ein folkloristischer Tanz geboren wird“, erklären sie ihre Rechercheprojekt. Im Februar reisen sie nach Bolivien, um dort selbst am Karneval teilzunehmen und die Tinku-Tänze vor Ort zu recherchieren und zu praktizieren. Diese neuen Erfahrungen werden sie für den zweiten Teil der Recherche im April im tanzhaus nrw mitnehmen.

Einblicke der Recherchewochen bei PACT Zollverein gibt es hier: https://www.pact-zollverein.de/journal/residencyinsights-sprungbrett-tanzrecherche-nrw

Amanda Romero Canepa begann mit dem Tanz in ihrer Heimatstadt Lima und studierte bis 2017 zeitgenössischen Tanz am Zentrum für Zeitgenössischen Tanz an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Sie arbeitete u. a. mit den Choreografen Rafaële Giovanola, Emanuel Gat und Martin Sonderkamp und realisierte auch interdisziplinäre Projekte mit Musikern und bildenden Künstler*innen. Fokus ihrer Arbeit liegt zudem auf sozial-künstlerischen Projekten mit Tänzer*innen, die ihren Blick auf die lateinamerikanische Kultur richten.

Greta Salgado Kudrass kam 2013 von Südamerika nach Köln, um am Zentrum für Zeitgenössischen Tanz an der der Hochschule für Musik und Tanz Bühnentanz zu studieren. Anschließend erschuf sie eigene Stücke wie ihr Solo Solving Torsion Alone über Aggressivität und arbeitete mit CocoonDance Company zusammen. Mit Amanda Romero Canepa forschte Greta bereits im Residenzprogramm der TanzFaktur Köln zusammen. Sie ist fasziniert von der Frage, was es sein kann, dass durch Tanz und Bewegung auf direktem Weg kommuniziert werden kann.

Constanza Ruiz Campusano, geboren und aufgewachsen in Chile, schloss 2009 ihren ersten Bachelor in Soziologie ab, der ihr Interesse für Tanz beeinflusste: Wie agieren Bewegung und Körper im Alltag und in Beziehung zu verschiedenen kulturellen Kontexten? Sie studierte ebenfalls am Zentrum für Zeitgenössischen Tanz an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln und ihre Abschlussarbeit thematisiert den argentinischen Murgatanz zu Karneval. 2015 entsteht zusammen mit Silke Schuster und Sanaz Startcic die Multimedia-Performance SALT, die auf der Idee von Routineabläufen basiert. Als Performerin ist Constanza fasziniert von der Erforschung der Körperlichkeit.

SPRUNGBRETT < > TANZRECHERCHE NRW, ein Kooperationsprojekt von tanz nrw 19 und NRW KULTURsekretariat.